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ZfS, Jg. 36, Heft 4 (2007)

Staatsbürgerschaft als Ressource bei der Heirat ausländischer Frauen. Eine Analyse mit Daten des Sozio-oekonomischen Panel

David Glowsky

Zusammenfassung: Im Beitrag wird untersucht, welche Faktoren dazu führen, dass deutsche Männer Frauen aus dem ökonomisch schwächeren Ausland heiraten. Aus allgemeinen Partnerwahltheorien (Austauschtheorie, ökonomische Theorie der Familie) werden zwei Hypothesen abgeleitet: 1. Geringe physische und soziale Attraktivität sowie schlechte Gelegenheiten auf dem deutschen Heiratsmarkt begünstigen die Heirat mit einer Frau aus dem ärmeren Ausland. 2. Deutsche Männer heiraten Frauen aus dem ärmeren Ausland, da sie hier - bevorteilt durch das ökonomische Gefälle zwischen den Herkunftsländern - attraktivere Partnerinnen wählen können als es ihnen auf dem deutschen Heiratsmarkt möglich wäre. Die Hypothesen werden mit Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP, 1984-2005) getestet. Erstens zeigt sich, dass Männer mit Ehefrauen aus dem ärmeren Ausland ähnlich attraktiv sind und über ähnliche Sozialkontakte verfügen wie Männer mit deutschen Ehefrauen. Zweitens neigen deutsche Männer von über 30 Jahren aufgrund eines altersbedingten Heiratsengpasses besonders zur Heirat mit Frauen aus dem ärmeren Ausland. Drittens wird bestätigt, dass deutsche Männer in diesen Ehen verhältnismäßig attraktivere Partnerinnen heiraten können.

Schlagworte: Partnerwahl; Staatsbürgerschaft; Heiratsmarkt; Heiratsmigration; Heiratsengpass; Austauschtheorie; SOEP