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ZfS, Jg. 35, Heft 6 (2006)

Die weltgesellschaftliche Institutionalisierung von Frauenrechten und ihre Umsetzung in Deutschland, der Schweiz und Marokko

Bettina Heintz, Dagmar Müller

Zusammenfassung: In den letzten Jahrzehnten wurden die Menschenrechte zunehmend internationalisiert, verrechtlicht und inhaltlich ausgeweitet. Ein besonders erfolgreiches Beispiel der weltgesell¬schaftlichen Institutionalisierung der Menschenrechte sind die Frauenrechte. Der Aufsatz rekonstruiert den Wandel des Frauen-/Menschenrechtsdiskurses auf UN-Ebene und untersucht am Beispiel von Deutschland, der Schweiz und Marokko, unter welchen Bedingungen die globale Ebene überhaupt zu einem Bezugsrahmen wird und wann gleichstellungspolitische Forderun¬gen in Termini von Menschen-/Frauenrechten formuliert werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die globalen Erwartungsstrukturen in den drei Ländern unterschiedlich relevant sind und auf unterschiedliche Weise interpretiert und an den nationalen Kontext adaptiert werden. Dies weist darauf hin, dass der Konnex zwischen der globalen und der nationalen Ebene schwächer ist, als es die makrosoziologischen Prämissen der neo-institutionalistischen Weltgesellschaftstheorie erwarten lassen. Der Aufsatz plädiert deshalb für eine Ausweitung des Weltgesellschaftsbegriffs und eine systematischere Berücksichtigung von Abweichungen und Divergenzen.

Schlagworte: Weltgesellschaft; Menschenrechte; Frauenrechte; UN-Frauenrechtskonvention; Neo-Institutionalismus; Globale Normen; Nationale Geschlechterpolitiken