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ZfS, Jg. 35, Heft 3 (2006)

Allokation von Geld in Paarbeziehungen: Das Ende der Ungleichheit?

Wolfgang Ludwig-Mayerhofer, Hermann Gartner, Jutta Allmendinger

Zusammenfassung: Untersuchungen in den 1980er und frühen 1990er Jahren haben gezeigt, dass innerhalb von Paarbeziehungen eine beträchtliche Ungleichheit der Geldarrangements und beim Zugang zu Geld für persönliche Ausgaben besteht. Die hier vorgelegten Analysen der Allokation von Geld in Paarbeziehungen gehen in zweierlei Hinsicht über die bisherigen Untersuchungen hinaus: Erstens erlauben die hier verwendeten Daten eine direkte, wenn auch grobe, Einschätzung des Geldbetrages, der jedem Partner für die persönlichen Ausgaben zur Verfügung steht. Zweitens können wir detailliert die Faktoren bestimmen, die die Verfügung über Geld für persönliche Ausgaben und somit auch mögliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Verfügung über Geld beeinflussen. Wir verwenden Daten des NIedrig-Einkommens-Panels (NIEP), einer repräsentativen Untersuchung von Haushalten, die in der ersten Panel-Welle im Jahr 1999 über ein Einkommen verfügten, das unter dem 1,5-fachen des damals gültigen Sozialhilfesatzes lag. In der unseren Auswertungen zugrunde liegenden vierten Welle waren einige Fragen zur Geldverwaltung enthalten. Unser Datensatz bezieht sich auf 718 Paarhaushalte mit und ohne Kinder. In den meisten Paarbeziehungen können beide Partner über den gleichen Geldbetrag verfügen, und wenn das nicht der Fall ist, verfügen Männer genauso häufig wie Frauen über mehr Geld als der Partner. Eine Reihe von Hypothesen über die Geldzuteilung in Paarbeziehungen wird getestet. Die gefundenen Effekte sind bei Männern und Frauen im Wesentlichen die gleichen. Die Verfügung über Geld verschiebt sich zu Gunsten des Mannes, wenn dieser höher qualifiziert ist als die Frau. Besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang in Haushalten mit sehr geringem Einkommen.

Schlagworte: Soziologie der Paarbeziehungen; Paarhaushalte; Geld; Geldverwaltung; Niedrigeinkommens-Panel NIEP