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ZfS, Jg. 34, Heft 6 (2005)

Entwicklung und Test einer integrativen Typologie der Lebensführung für die Bundesrepublik Deutschland

Gunnar Otte

Zusammenfassung: Trotz langjähriger Diskussion hat sich in der deutschen Lebensstilforschung kein kumulatives Forschungsprogramm etablieren können. Die empirischen Lebensstiltypologien sind kaum vergleichbar und replizierbar, in ihrem Realitätsgehalt mitunter fraglich, theoretisch meist unzureichend begründet und in der Erhebung aufwändig. Eine Hauptursache für diese Defizite liegt im empiristischen, auf Cluster- und Korrespondenzanalysen basierenden Vorgehen. Zur Überwindung der Probleme wird in diesem Beitrag die gängige Vorgehensweise umgedreht, indem eine konzeptuelle Typologie neun differenzieller Arten der Lebensführung zunächst theoretisiert und erst dann operationalisiert wird. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer Metaanalyse zahlreicher Studien der Lebensstil- und Werteforschung, der zufolge primär drei Dimensionen die Muster der Lebensführung in Deutschland strukturieren: Ausstattungsniveau, Modernität/ biographische Perspektive und Aktionsradius. Die ersteren beiden werden für die indexbasierte, methodisch effiziente Konstruktion einer integrativen Lebensführungstypologie herangezogen. Basierend auf drei Bevölkerungsumfragen erfolgt eine empirische Validierung der Typologie im Hinblick auf ihre zeitliche Stabilität und ihre Übereinstimmung mit den Ergebnissen konventioneller Analyseverfahren.

Schlagworte: Lebensstilforschung; Lebensführung; Typologie; Analyseverfahren; Meta-Analyse