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ZfS, Jg. 34, Heft 5 (2005)

Stratifizierte Rechte und soziale Exklusion von Migranten im Wohlfahrtsstaat

Katrin Mohr

Zusammenfassung: In der jüngeren Forschung, die sich mit dem Zusammenhang von Migration und Wohlfahrtsstaat beschäftigt, wird häufig die These vertreten, dass der Unterschied zwischen Staatsbürgern und Nichtsstaatsbürgern hinsichtlich ihrer sozialen Rechte im Verschwinden begriffen sei. Die These der Expansion von Rechten vermittelt aber nur ein unvollständiges Bild der Entwicklung der sozialen Rechte von Migranten. Wie in diesem Beitrag am Beispiel Großbritanniens und Deutschlands gezeigt wird, erleben bestimmte Migrantengruppen in beiden Ländern Kontraktionen ihrer Rechte und führen wirtschaftliche Umbrüche, wohlfahrtsstaatliche Restrukturierungsprozesse und sozio-ökonomische Marginalität zur Erosion der sozialen Rechte auch von lang ansässigen Migranten und deren Nachkommen. Um diese gegenläufigen Entwicklungen in den Blick zu bekommen, müssen die Rechte von Migranten als stratifiziertes System begriffen werden, in dem verschiedene Gruppen von Migranten von unterschiedlichen Entwicklungen betroffen sind, und aufenthaltsrechtliche, sozialrechtliche und sozialstrukturelle Mechanismen der Exklusion zusammen wirken.

Schlagworte: Wohlfahrtsstaat; Soziale Rechte; Migranten; Stratifikation; Exklusion; Großbritannien; Bundesrepublik Deutschland