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ZfS, Jg. 34, Heft 5 (2005)

Die Definition der Situation und die variable Rationalität der Akteure. Ein allgemeines Modell des Handelns

Clemens Kroneberg

Zusammenfassung: Im Beitrag wird ein allgemeines Modell des Handelns auf der Basis von Hartmut Essers Frame-Selektionstheorie entwickelt, das die zentralen Einwände gegen die bisherigen Formalisierungen der Theorie überwindet. Das Modell erklärt, welche Definition der Situation ein Akteur vornimmt (Frame-Selektion), welches Programm des Handelns er heranzieht (Skript-Selektion) und welches Handeln er auszuführen versucht (Handlungsselektion). Ausgehend von der Annahme, dass die Rationalität der Akteure variabel ist, wird zudem angegeben, unter welchen Bedingungen ein Akteur bewusst diejenige Alternative wählt, die seinen subjektiv erwarteten Nutzen maximiert (reflexiv-kalkulierender Modus), und wann er im Gegensatz dazu unhinterfragt eine mental stark zugängliche Alternative selegiert (automatisch-spontaner Modus). Auf diese Weise wird versucht, soziologische, ökonomische und sozialpsychologische Handlungskonzepte in einer allgemeinen und gleichzeitig formal präzisen Theorie des Handelns zu integrieren.

Schlagworte: Handlungstheorie; Situationsdefinition; Variable Rationalität; Esser; Frame-Selektion