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ZfS, Jg. 34, Heft 5 (2005)

Die Relevanz von Wertverpflichtungen bei der Bereitstellung öffentlicher Güter

Hans-Jürgen Aretz

Zusammenfassung: Hinsichtlich des Problems der Bereitstellung öffentlicher Güter produziert die Logik des Handlungsmodells eigennütziger Akteure ein Dilemma: einerseits tritt hinsichtlich ihrer Bereitstellung im Rahmen dieses Modells ein Marktversagen auf, andererseits lassen die theoretischen Modellannahmen die einzige Lösung - dass der Staat für solche Güter zu sorgen hat - als ineffektiv erscheinen (Staatsversagen). Auch im Rahmen einer "Konstitutionellen Politischen Ökonomie", nach der bei der Bereitstellung öffentlicher Güter der gleiche soziale Mechanismus wirksam werden muss wie beim Zustandekommen eines imaginären Gesellschaftsvertrages, entsteht letztlich aufgrund einer mangelnden Wertverpflichtung der Akteure ein "Gefangenen-Dilemma". Diese Konsequenz lässt sich im Bezugsrahmen der Klassischen Politischen Ökonomie vermeiden, da sich hier individuelle Nutzenorientierung und normative Wertverpflichtung gerade nicht ausschließen, so dass die Akteure in der Lage sind, die Dilemma-Situationen zu überwinden.Wertverpflichtungen müssen deshalb neben Markt, Staat und Gemeinschaft als zentrale Mechanismen der Koordination sozialen Handelns berücksichtigt werden, wobei sich allerdings solche reinen Mechanismen der Handlungskoordination empirisch zu komplexen Koordinationsweisen verdichten.

Schlagworte: Soziale Ordnung; Koordination; Öffentliche Güter; Utilitaristisches Handlungsmodell; Nutzenorientierung; Wertverpflichtung