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ZfS, Jg. 34, Heft 2 (2005)

Formelle versus informelle Problemlösung in wirtschaftlichen Transaktionen: Erklärungsdeterminanten zwischen "legal centralism" und "legal peripheralism"

Ulf Liebe

Zusammenfassung: Der Artikel untersucht die Problemlösung in wirtschaftlichen Transaktionen im Spannungsfeld zweier theoretischer Pole. Zwischen der Perspektive, dass die Problembewältigung überwiegend an Rechtsnormen gebunden ist (legal centralism), und der Sichtweise bevorzugt dezentralisierter Lösungsprozesse (legal peripheralism) werden Determinanten zur Erklärung der Art der Problemlösung herausgearbeitet. Die Frage, unter welchen Bedingungen eine Anbindung an Rechtsnormen in Form schriftlicher Kommunikation entsteht, steht im Mittelpunkt der Betrachtung. Neben ökonomischen Faktoren sowie Aspekten der sozialen Einbettung werden hierbei insbesondere Tatbestände der Problemwahrnehmung diskutiert. Datengrundlage sind 321 problembehaftete Transaktionen beim Einkauf von EDV-Leistungen klein- und mittelständischer Unternehmen im Raum Halle/Leipzig und München. Während sich die Problemlösung insgesamt überwiegend informell bzw. mündlich vollzieht, wirken sowohl die Schadenshöhe als auch die juristische Nachweisbarkeit der Problemursache in Richtung einer formellen Handhabung. Die soziale Einbettung hingegen hat wider Erwarten keinen nennenswerten Einfluss auf die Problemregulierung.

Schlagworte: Wirtschaftssoziologie; Wirtschaftliche Transaktionen; Problemwahrnehmung; Problemlösung; Informalität; Rechtsnorm; Legal Centralism; Legal Peripheralism