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ZfS, Jg. 34, Heft 1 (2005)

Wissensbasierte Technologien, Organisationen und Netzwerke -Eine Analyse der Kopplung von Wissenschaft und Wirtschaft

Thomas Heinze

Zusammenfassung: Der Aufsatz untersucht die in der soziologischen Diskussion bislang nur wenig thematisierte Kopplungsbeziehung von Wissenschaft und Wirtschaft. Es wird argumentiert, dass mit systemtheoretischen Mitteln die Rolle von Organisationen und Interorganisationsnetzwerken in Prozessen technologischer Innovation präziser konzeptualisiert werden kann als in der evolutorischen Ökonomik bzw. dem Ansatz nationaler Innovationssysteme. Im Zentrum der Leistungsbeziehung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stehen wissensbasierte Technologien. Anhand makrostatistischer Indikatoren (Publikationen, Patente, Wertschöpfung) kann das Konzept der strukturellen Kopplung am Beispiel der Biotechnologie veranschaulicht werden. Allerdings ist eine Analyse der Kopplung nur möglich, wenn die Rolle von Organisationen, Netzwerken und Funktionssystemen in Prozessen technologischer Innovation geklärt wird. Organisationen fungieren entweder selbst als Kopplung, oder sie ermöglichen durch die Interaktion mit anderen Organisationen Wissens- und Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. In diesem Zusammenhang wird eine funktionssystemische Organisationstypologie diskutiert, Anwendungsforschung und Hochtechnologiemärkte werden als Binnenstrukturen von Wissenschaft und Wirtschaft eingeführt; schließlich wird ein systemtheoretischer Netzwerkbegriff vorgestellt.

Schlagworte: Techniksoziologie; Biotechnologie; Strukturelle Kopplung; Wissenschaft; Wirtschaft; Transfer; Wissensbasierte Technologien; Systemtheorie; Organisation; Netzwerke