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ZfS, Jg. 33, Heft 5 (2004)

Regionbezogene Identifikation und ökonomische Tauschbeziehungen am Beispiel der Kooperationsentscheidungen von Unternehmern in Sachsen

Regina Metze, Jürgen Schroekh

Zusammenfassung: Die Bedeutung von Identifikation im institutionenökonomischen Kontext und insbesondere im Bereich der sozialen Organisation ökonomischer Tauschbeziehungen ist in der Vergangenheit nicht nur vielfach unterschätzt, sondern auch zu Unrecht unter Hinweis auf die Rationalität ökonomischer Akteure bestritten worden. Die Wechselwirkung zwischen Faktoren wie Fairness, Vertrauen oder Gefühlen der Verbundenheit und individueller Wahrnehmung von Rationalitätskalkülen bildet den Ansatz dieses Beitrages. Er beschäftigt sich mit dem Einfluss raumbezogener Identifikation auf Entscheidungsprozesse in der Wirtschaft. Gefragt wird nach den Folgen dieser Identifikation für unternehmerisches Handeln und nach den aus diesem Handeln resultierenden Effekten im Bereich zwischenbetrieblicher Kooperation. Zum einen wird die Annahme geprüft, dass Identifikation auf wirtschaftliche Effizienz gerichtetes Handeln modifiziert. Zum anderen werden die Entstehung und Gestaltung regionbezogener Kooperation erklärt. Es wird argumentiert, dass Identifikation regionbezogene Kooperation fördert, indem sie Handlungsanreize substantiell verändert und die Wirtschaftsakteure zugleich an spezifische Normen und Regeln bindet. Dabei wird auf der Grundlage empirischer Untersuchungen nachgewiesen, dass zwei Faktoren entscheidend zur Entstehung regionbezogener Kooperation beitragen: Neben der Effizienz räumlicher Nähe beeinflussen Restriktionen raumbezogener Kooperationsregeln die jeweilige Ausprägung der Kooperationsstrukturen. Es wird gezeigt, dass Identifikation Entstehung und Gebrauch dieser Regeln maßgeblich initiiert.

Schlagworte: Wirtschaftssoziologie; Unternehmen; Entscheidungen; Rationalität; Identifikation; Raum; Region; Kooperation