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ZfS, Jg. 32, Heft 3 (2003)

Das Islamische in den Studien zu Muslimen in Deutschland

Levent Tezcan

Zusammenfassung: Der Islam ist entsprechend seiner weltpolitischen Relevanz ein begehrtes Objekt wissenschaftlicher Studien geworden. Die Goldgräberstimmung herrscht auch und gerade in Bezug auf den Islam in Deutschland. Der vorliegende Beitrag möchte eine Orientierung im Wildwuchs der vornehmlich aus der Feldstudie hervorgegangenen Studien zum Thema Islam/Muslime in Deutschland geben. Dabei fällt auf, dass die Thematisierung des Islam weitgehend im Rahmen der Fragestellung erfolgt, wie er im Verhältnis zur Moderne zu positionieren ist. Die politische Wendung der Thematik mündet dann meist in die Frage, ob die Muslime integrierbar sind. Mit diesem Literaturbericht wird zum einen ein Überblick auf die bestehenden Zugänge verschafft. Dabei werden auch interessante materiale Erkenntnisse aus der Forschung vermittelt. Zum anderen werden die Engpässe kenntlich gemacht, die meist daraus hervorgehen, dass die Transformationen unter den Muslimen voreilig in Individualisierungs- und Modernisierungstheorien aufgelöst werden. Dies verweist uns wiederum auf die Bedeutung des kulturellen Hintergrunds der Forscher selbst. Der Autor plädiert schließlich dafür, die zweifellos aktuellen Effekte der Modernität mit dem Eigensinn religiöser Muster zusammenzudenken, ohne sie aufeinander zu reduzieren.

Schlagworte: Islamstudien; Islam; Muslime; Moderne; Religiöse Muster; Literaturbericht