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ZfS, Jg. 32, Heft 3 (2003)

Die Abkehr vom politischen Ziel Vollbeschäftigung

Jana Lantzsch

Zusammenfassung: In den 1960er und frühen 70er Jahren bestand über Parteigrenzen hinweg Einigkeit darüber, dass es eine zentrale Aufgabe des Staates sei, Vollbeschäftigung zu gewährleisten. Für Vollbeschäftigung war man bereit, hohe finanzielle Aufwendungen zu tätigen und Inflation hinzunehmen. Mit der seit Mitte der 1970er anhaltenden Massenarbeitslosigkeit mehren sich nun die Zweifel, ob mit politischen Mitteln Vollbeschäftigung überhaupt wiederhergestellt werden kann. Aber nicht nur das: Auch das Ziel selbst hat nicht mehr die gleiche Bedeutung wie noch vor 30 Jahren. In diesem Artikel wird eine Inhaltsanalyse politischer Reden aus dem Zeitraum von 1973 bis 1999 vorgestellt, deren Ergebnisse zeigen, dass der Begriff Vollbeschäftigung aus dem Sprachgebrauch von Regierungsmitgliedern verschwunden ist. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die dem Vollbeschäftigungsziel entgegenstehenden Ziele Haushaltskonsolidierung und bei der vorigen unionsgeführten Regierung auch Preisstabilität Vorrang erlangten.

Schlagworte: Staatsaufgaben; Politische Ziele; Vollbeschäftigung; Inhaltsanalyse;