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ZfS, Jg. 32, Heft 2 (2003)

Ärzteverbände im Urteil ihrer Mitglieder. Eine empirische Untersuchung der Zufriedenheit von Ärztinnen und Ärzten mit ihren Verbänden in den Jahren 1992 und 1998/99

Klaus Birkelbach

Zusammenfassung: Die Untersuchung befasst sich mit der Bewertung der Ärztekammern, der Kassenärztlichen Vereinigungen, des Hartmannbundes und des Berufsverbandes der Allgemeinärzte Deutschlands /Hausärzteverband durch ihre Klientel. Datenbasis ist eine 1992 durchgeführte schriftliche Befragung niedergelassener Allgemein-/Praktischer Ärzte und Internisten (n=1416), eine Wiederbefragung 1998 dieser Ärzte (n=275) sowie eine Replikation der Primärerhebung 1999 (n=740). Es werden vier Hypothesen entwickelt und überprüft. Die Heterogenitätshypothese behauptet, dass die Unzufriedenheit mit der Arbeit eines Verbandes umso größer ist, je umfassender sein Vertretungsanspruch und je heterogener die von ihm zu vertretenen Interessen sind. Sie wird durch den Vergleich der Bewertungen der Verbände und durch die Mitgliederentwicklung bestätig. Die Verteilungsspielraumhypothese, die behauptet, dass dieser Effekt sich mit abnehmenden Verteilungsspielräumen verstärkt, kann durch einen Vergleich der Bewertungen zwischen den Erhebungszeitpunkten bestätigt werden. Eine dritte Hypothese (Januskopfhypothese) ergibt sich aus der besonderen Stellung der Pflichtverbände. Es kann gezeigt werden, dass die Zustimmung zur Arbeit der Pflichtverbände geringer ist als die Zustimmung zur Arbeit von freien Interessenverbänden. Die vierte Hypothese (Ernüchterungshypothese) ergibt sich aus der Situation der neuen Bundesländer. Auch sie wird bestätigt, denn ein West-Ost-Vergleich zu beiden Erhebungszeitpunkten belegt, dass die zunächst deutlich positivere Bewertung der Verbände in den neuen Länder stark zurückgegangen ist.

Schlagworte: Verbände; Ärzteverbände; Mitgliederzufriedenheit; Bundesrepublik Deutschland; Ost/West-Vergleich