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ZfS, Jg. 32, Heft 2 (2003)

Konflikt und Konfliktepisode. Prozesse, Strukturen und Funktionen einer sozialen Form

Heinz Messmer

Zusammenfassung: Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit den kommunikativen Prozessen der Ausdifferenzierung einer Konfliktsituation. Entgegen der Erfahrung handelt es sich beim Konflikt selbst noch in seiner einfachsten Form um ein verhältnismäßig komplexes Gebilde, das sehr spezifischen, nicht weiter hintergehbaren Strukturbedingungen seines Ordnungsaufbaus unterliegt. Ausgehend von Überlegungen aus der Systemtheorie, wonach sich der Konflikt auf die Ablehnung von Sinnzumutungen gründet, fragen die vorliegenden Analysen nach den dafür maßgeblichen Prozessen seiner Konstitution. Anhand konversationsanalytischer Gesprächsdaten wird kenntlich gemacht, wie sich das Potenzial des Konflikts im Rahmen einer mehrgliedrigen Widerspruchskommunikation sinnlogisch entfaltet und dabei schon nach wenigen Zugfolgen Struktur auskondensiert, die kommunikativ destabilisiert werden muss, um den Konflikt in seiner Weiterentwicklung zu bremsen. Diesen Vorgang fassen wir unter dem Begriff der Konfliktepisode, deren soziale Funktionen wir abschließend erörtern.

Schlagworte: Konflikttheorie; Konflikt; Konfliktepisoden; Strukturbedingungen; Systemtheorie; Konversationsanalyse