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ZfS, Jg. 32, Heft 1 (2003)

Beobachtende Differenz. Instrumente der ethnografisch-soziologischen Forschung

Herbert Kalthoff

Zusammenfassung: Für die ethnografisch-soziologische Forschung ist die Darstellung einer (fremden) kulturellen Praxis auch nach der "Krise der Repräsentation" weiterhin der zentrale Bezugspunkt der wissenschaftlichen Praxis. Auch wenn ethnografische Darstellungen nunmehr als Hervorbringung kultureller Praxis verstanden werden, blieb eine Analyse der Instrumente, mit der die ethnografische Forschung ihre Interpretationen erzeugt, in der methodischen Diskussion bislang unberücksichtigt. Ausgehend von der wissenschafts-soziologischen Unterscheidung zwischen epistemischen und technischen Objekten untersucht der Beitrag die Überkreuzung von emischer und ethnografischer Perspektive und argumentiert, dass zwei Aspekte die ethnografische Forschung konstituieren: erstens ein Wechsel zwischen den Argumentationsmustern von Dokumentarismus des ethnografischen Materials und Relativismus eines reflexiven Wissenschaftsverständnisses, zweitens eine nicht aufzulösende Unvollständigkeit der ethnografischen Darstellungs- und Interpretationsleistung. Erörtert werden beide Aspekte am Beispiel des vorherrschenden pragmatischen Schriftbegriffs und der elektronischen Aufnahmetechnik.

Schlagworte: Qualitative Methoden; Ethnografie; Kulturelle Praxis; Repräsentation; Interpretation; Wissenschaftssoziologie