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ZfS, Jg. 31, Heft 4 (2002)

Legitimitätsgeltung und Interaktionsstruktur. Die symbolische Repräsentation hierarchischer Verfügungsrechte in Führungsinteraktionen

Hans J. Pongratz

Zusammenfassung: Wie reproduziert sich Legitimitätsgeltung in der Alltagspraxis hierarchischer Führung? Diese Frage wird erörtert in einer interaktionstheoretischen Erweiterung der Herrschaftssoziologie Max Webers und der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie. Das Dilemma von Verfügung und Aushandlung in bürokratischen Führungsbeziehungen impliziert das Kommunikationsproblem, die Gültigkeit hierarchischer Verfügungsrechte zu klären, ohne Aushandlungserfordernisse zu beeinträchtigen. Mit Kategorien der Interaktionsanalyse von Erving Goffman wird ein nonverbal kommuniziertes Interaktionsschema bestimmt, in welchem die Herrschaftsgrundlagen symbolisch repräsentiert sind. Für die bürokratische Hierarchie wird das Alternationsschema von Anordnung und Erledigung als ritualisiertes Strukturmuster rekonstruiert, mit welchem sich Vorgesetzte und Untergebene die Gültigkeit der Herrschaftsordnung wechselseitig anzeigen. Fallbeispiele aus der betrieblichen Führungspraxis veranschaulichen, wie sich die latente Alternationsstruktur in komplementärem Dominanz- und Fügsamkeitsgebaren konstituiert.

Schlagworte: Organisationssoziologie; Organisation; Neo-Institutionalismus; Interaktionstheorie; Herrschaft; Hierarchie; Legitimation; Symbolische Repräsentation; Weber; Goffman