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ZfS, Jg. 31, Heft 2 (2002)

Innovation zwischen Markt und Partizipation. Widersprüchliche Arbeitsgestaltung im Bankgewerbe

Thomas Haipeter

Zusammenfassung: Der Aufsatz diskutiert neue Entwicklungstrends der Arbeitsgestaltung im Bankgewerbe vor dem Hintergrund veränderter, marktorientierter Formen der Unternehmenssteuerung. Konkret werden Arbeitszeit- und Vergütungssysteme betrachtet, momentan die Kernbereiche der Arbeitspolitik in Banken. Anknüpfend an aktuelle industriesoziologische Debatten wird nach dem Zusammenhang von Arbeitspolitik und Unternehmenssteuerung gefragt. Führt eine finanzialisierte indirekte Steuerung über Kennziffern zu arbeitspolitischen Rückschritten? Diese Frage wird differenziert beantwortet. In den untersuchten Fällen ist die Arbeitsgestaltung ein integrierter Bestandteil neuer Steuerungskonzepte. Partizipative Arbeitsgestaltung gilt als Triebkraft, nicht als Hindernis auf dem Weg zur indirekten Steuerung. Trotzdem sind Widersprüche zwischen indirekter Steuerung und partizipativer Arbeitsgestaltung unverkennbar. Diese Widersprüche ergeben sich aus der Unvereinbarkeit zentraler Vorgaben mit dezentralen Verhandlungsprozessen. Die indirekte Steuerung hebelt die diskursive Steuerung aus, weil sie den dezentralen Einheiten die Entscheidungsspielräume über Ressourcen verweigert. Dies ist letztlich mikropolitisch als Machtproblem in den Unternehmen zu werten.

Schlagworte: Banken; Industriesoziologie; Mikropolitik; Unternehmenssteuerung; Dezentralisierung; Marktorientierung; Partizipation