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ZfS, Jg. 30, Heft 4 (2001)

Schwangerschaftskonfliktberatung. Eine Analyse der Nürnberger Beratungsprotokolle aus dem Jahre 1998

Reinhard Wittenberg

Zusammenfassung: Inhalt und Ablauf von Schwangerschaftskonfliktberatungen sind Außenstehenden weitgehend unbekannt. Eine explorativ-deskriptive Fallstudie will hier Abhilfe schaffen. Zu diesem Zweck werden in den Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen Nürnbergs angefallene Beratungsprotokolle einer quantitativen Dokumentenanalyse unterzogen. Die prozessproduzierte Datenbasis bilden alle 1.820 Beratungsprotokolle, die in fünf konfessionell gebundenen, in freier Trägerschaft oder in kommunaler Hand befindlichen Einrichtungen im Jahre 1998 verfertigt wurden. Sie geben nicht nur Aufschluss über die wesentlichen Gründe der Schwangeren für die Erwägung eines Schwangerschaftsabbruches, sondern auch über schwangerschaftsspezifische, sexualverhaltensrelevante, rechtliche und finanzielle Beratungsinhalte. Sie enthalten außerdem Hinweise auf konkrete institutionelle Hilfs- und Unterstützungsangebote. Die Analysen ergeben, dass es in Nürnberg offenbar gelingt, der Heterogenität von Schwangeren - d.h. zum Abort fest entschlossene, noch unentschlossene oder zur Geburt des Kindes entschlossene, jedoch materielle oder immaterielle Hilfe suchende Frauen - durch institutionelle Verschiedenheit zu entsprechen. Eine für alle Rat suchenden Schwangeren gleichermaßen geeignete, 'beste' Beratungseinrichtung kann es aufgrund der kulturellen und personellen Verschiedenheit der Schwangeren nicht geben.

Schlagworte: Sozialpolitik; Schwangerschaftskonfliktberatung; Schwangerschaftsabbruch; Beratungseinrichtungen; Fallstudie; Quantitative Dokumentenanalyse