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ZfS, Jg. 30, Heft 4 (2001)

Nachwirkender Kolonialismus und intersektorale Verknüpfung im Spektrum von Markt und Hierarchie. Austauschbeziehungen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern in der Weltwirtschaft des Tabaks

Lutz Zündorf

Zusammenfassung: Am Beispiel der beiden weltweit führenden Tabakexportländer Brasilien und Zimbabwe wird ein langzeitlicher Zusammenhang zwischen der Form ihrer Kolonialisierung, den daraus resultierenden Agrarverhältnissen und der intersektoralen Verknüpfung von agrarischer Rohstoffproduktion und industriellerWeiterverarbeitung in multinationalen Konzernen historisch und empirisch untersucht. Vom Begriff des nachwirkenden Kolonialismus ausgehend, werden im ersten Teil die Agrarverhältnisse in den Anbauregionen der beiden ehemaligen Kolonialländer als pfadabhängige Strukturen langer Dauer interpretiert. Im zweiten Teil wird der modus operandi des Auktionssystems in Zimbabwe und der integrierten Landwirtschaft (des Vertragsanbaus) in Südbrasilien als komplexe Varianten von "Markt" und "Hierarchie" analysiert. Im dritten Teil werden die Durchsetzung und Institutionalisierung der beobachteten Verknüpfungsformen in Begriffen des Transaktionskosten- und des Resource Dependence-Ansatzes theoretisch zu erklären versucht.

Schlagworte: Wirtschaftssoziologie; Wirtschaft; Entwicklungsländer; Tabakindustrie; Nachwirkender Kolonialismus; Transaktionskostenansatz; Resource Dependence-Ansatz; Brasilien; Zimbabwe