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ZfS, Jg. 30, Heft 2 (2001)

Form, strukturelle Kopplung und Gesellschaft. Systemtheoretische Anmerkungen zu einer Soziologie des Berufs

Thomas Kurtz

Zusammenfassung: Ziel des Beitrages ist es, auf der Basis von system- und differenzierungstheoretischen Überlegungen zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von Beruf und funktional differenzierter Gesellschaft beizutragen. Ausgehend von Überlegungen zur Theorie der Form wird die Soziologie des Berufs seit ihren Anfängen bei Durkheim und Weber als Kopplungsgeschichte gedeutet und der Beruf als eine besondere Form bestimmt, die es erlaubt unterschiedliche Systemperspektiven in Beziehung zu setzen. Wir finden Berufe in den unterschiedlichen Teilbereichen der Gesellschaft, aber die allgemeine alle diese Berufe symbolisierende Form steht zwischen den Systemen. Beim Beruf handelt es sich um eine der Formen struktureller Kopplung, die Funktionssysteme verbinden und trennen. In der modernen Gesellschaft hat sich eine Ausgangsform des Berufs herausgebildet, von der sich alle weiteren möglichen Formen ableiten lassen. Diese Form bezeichnet immer eine strukturelle Kopplung zwischen den Systemen Erziehung und Wirtschaft und verweist damit auf die Systemgrenze, an deren Übergängen die Voraussetzungen und Konsequenzen der Wissensgesellschaft sichtbar werden.

Schlagworte: Berufssoziologie; Beruf; Systemtheorie; Funktionale Differenzierung; Theorie der Form; Strukturelle Kopplung