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ZfS, Jg. 30, Heft 2 (2001)

Wie viel Meinungsdruck erzeugt die "Schweigespirale"?. Eine Abschätzung des Selbstverstärkungseffekts der öffentlichen Meinung mit Hilfe des synergetischen Modells

Volker Müller-Benedict

Zusammenfassung: Die "Schweigespirale" ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen gewesen, in denen vor allem die Einflüsse des öffentlichen Meinungsklimas auf die individuelle Äußerungsbereitschaft Gegenstand waren. Die Theorie behauptet darüber hinaus, dass der individuelle Meinungsdruck einen Selbstverstärkungsprozess in Gang setzt, der letztlich zu einer "schweigenden Mehrheit" führt. Der Artikel beschreibt ein Modell, mit dem die Dynamik eines solchen Prozesse formalisiert und ein Selbstverstärkungsparameter gemessen werden kann. Empirische Abschätzungen dieses Parameters aus Original-Tabellen der Urheberin der Theorie (Noelle Neumann) ergeben zwar einen gewissen Selbstverstärkungseffekt, der jedoch bei weitem nicht ausreicht, eine Mehrheit zum Schweigen zu bringen.

Schlagworte: Kommunikation; Öffentliche Meinung; Meinungsdruck; Schweigespirale; Selbstverstärkungseffekt