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ZfS, Jg. 29, Heft 6 (2000)

Strukturelle Bedingungen von Mobilisierung. Eine empirische Untersuchung von amerikanischen Bergarbeiterstreiks im 19. Jahrhundert

Jörg Rössel

Zusammenfassung: Die Protestforschung konnte feststellen, dass die soziale Mobilisierung und Organisierung von Bevölkerungsgruppen durch die Existenz horizontaler, sozialer Netzwerke innerhalb dieser Gruppen gefördert wird. Der Artikel untersucht die Frage, ob es makrosoziologische, strukturelle Bedingungen gibt, die die Entwicklung horizontaler, sozialer Netzwerke und damit auch die Organisierung und Mobilisierung spezifischer Bevölkerungsgruppen bedingen am Beispiel von Gewerkschaften und Streiks der amerikanischen Kohlenbergarbeiter im 19. Jahrhundert. Im Anschluss an Überlegungen von Marx und Engels sowie an die Streik- und Gewerkschaftsforschung werden vor allem fünf Größen untersucht: räumliche Konzentration und räumliche Isolation der Bergarbeiter, die Urbanisierung, die Betriebsgröße sowie die Existenz von strukturellen Differenzierungen (Ethnie, Hautfarbe, Einbindung in ländliche Produktionssysteme) innerhalb der Bergarbeiterschaft. Dabei zeigt sich, dass die räumliche Konzentration und Isolation, die Herauslösung aus ländlichen Produktionssystemen sowie die Urbanisierung positive Effekte auf die Mobilisierung haben, während strukturelle Differenzierungen nach Ethnie und Hautfarbe die Mobilisierungschancen senken.

Schlagworte: Historische Makrosoziologie; Protest; Mobilisierung; Streik; Gewerkschaften; Amerikanische Kohlenbergarbeiterschaft; Netzwerke; Marxismus