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ZfS, Jg. 29, Heft 3 (2000)

Anwesenheitseffekte im Wandel. Eine Sekundäranalyse zur Anwesenheit des Partners im Interview anhand des ALLBUS 1980 bis 1998

Bettina Lander

Zusammenfassung: In sozialwissenschaftlichen Datenerhebungsinterviews ist neben Interviewer und Befragtem nicht selten der Ehepartner der befragten Person anwesend, dessen Anwesenheit vor allem eine Beeinflussung partnerschaftsbezogener Fragestellungen nachgesagt wird. Der Beitrag untersucht auf der Basis von ALLBUS Daten der Jahre 1980 bis 1998 die Entwicklung möglicher Ursachen der Partneranwesenheit sowie deren Auswirkung auf eine Frage nach der Aufteilung der beruflichen Karriere in der Partnerschaft. Es zeigt sich, dass im untersuchten Zeitraum keine durchgängigen Ursachen und keine eindeutige Entwicklung der Bedingungen der Anwesenheit des Partners festzustellen sind. Sowohl die Partneranwesenheit als auch einige Selektionsvariablen haben jedoch 1996 gegenüber 1982 an Erklärungskraft für die Beantwortung der partnerschaftsbezogenen Karrierefrage gewonnen. Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass traditionelle Geschlechtsrollenzuweisungen ihre Selbstverständlichkeit und Allgemeingültigkeit verloren haben und die Auswirkung der Anwesenheit des Partners im Interview somit im Kontext der Zugehörigkeit zu bestimmten Partnerschaftsmilieus gesehen werde muss. Partneranwesenheit in Befragungen wird damit vom reinen Methodenproblem zu einem inhaltlich relevanten Aspekt der Forschung zum Wandel von Ehe und Partnerschaft.

Schlagworte: Interview; Partneranwesenheitseffekte; Partnerschaftsmilieus; Geschlechtsrollenzuweisungen; ALLBUS