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ZfS, Jg. 29, Heft 3 (2000)

Soziales Kapital und Arbeitslosigkeit. Eine empirische Analyse zu den Schweizer Kantonen

Markus Freitag

Zusammenfassung: Der vorliegende Beitrag präsentiert eine empirisch vergleichende Analyse zur Wirkung des sozialen Kapitals auf den Schweizer Arbeitsmärkten und fragt, inwiefern die unterschiedlich hohen Arbeitslosenquoten in den Kantonen zwischen 1992 und 1997 auf die ungleiche Verteilung des Sozialkapitals zurückgeführt werden können. Der Grundgedanke dieses Konzeptes ist, dass sich Individuen oder Gruppen eine Reihe von Handlungsressourcen und -verpflichtungen aus eng vernetzten sozialen Verbindungen eröffnen. Mit Blick auf den Arbeitsmarkt wird die Hypothese verfolgt, dass ein hoher Grad an sozialem Kapital zur effizienten Nutzung des Informationspotentials verhilft, mithin anstehende Such- und Transaktionskosten reduziert, die Qualität von Stellenbewerbern sichert, die Problematik der Nichtkooperation zwischen In- und Outsidern mindert, die Suchaktivitäten der Erwerbslosen steigert und damit in der Summe die Zahl der Arbeitslosen begrenzt. Das zentrale Ergebnis der Arbeit ist, dass ungleiche Verteilungen von sozialem Kapital in den Kantonen - neben anderen ökonomischen und politischen Größen - zu einem erheblichen Teil die unterschiedliche Verwundbarkeit kantonaler Arbeitsmärkte in Bezug auf rezessionsbedingte Auswirkungen erklären.

Schlagworte: Sozialstruktur; Soziale Ungleichheit; Soziales Kapital; Netzwerke; Arbeitsmarkt; Schweiz