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ZfS, Jg. 29, Heft 2 (2000)

Modelle zur Aufdeckung unbeobachteter Heterogenität bei der Erklärung von Lebenszufriedenheit

Petra Stein

Zusammenfassung: Ausgehend von dem zentralen Problem der unbeobachteten Heterogenität in der empirischen Sozialforschung wird zur Lösung des Problems das statistische Verfahren der finiten Mischung von Mittelwert- und Kovarianzstrukturmodellen vorgestellt. In diesem Modell kann der Erwartungswert jeder Komponente der Mischung sowohl von normalverteilten als auch von nicht normalverteilten Regressorvariablen abhängen. Der Erwartungswert und die Kovarianzmatrix jeder Komponente der Mischung werden als konditionale Mittelwert- und Kovarianzstrukturmodelle (z. B. vom Typ LISREL) parametrisiert. Zur Schätzung der Parameter werden drei Schätzstrategien vorgestellt, Teststatistiken für die geschätzten Parameter, Fit-Indices zur Modellprüfung sowie zwei Testverfahren auf die Anzahl der Komponenten werden angegeben. Modellspezifikation und Schätzverfahren werden in der Form von Mischungen konditionaler LISREL-Modelle zur Identifikation heterogener Personengruppen bezüglich der Lebenszufriedenheit an den Wohlfahrtssurvey 1993 angewendet. Als Ergebnis werden drei Typen identifiziert, die sowohl einen unterschiedlichen Grad an Lebenszufriedenheit als auch eine unterschiedliche Beziehungsstruktur zwischen den Zufriedenheiten in einzelnen Lebensbereichen, allgemeiner Lebenszufriedenheit und sozialstrukturellen Determinanten aufweisen.

Schlagworte: Lebenszufriedenheit; Zufriedenheit; Lebenssituation; Sozialstruktur; Empirische Sozialforschung; Quantitative Methoden; Modellentwicklung; Regressionsanalyse; Unbeobachtete Heterogenität; LISREL