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ZfS, Jg. 29, Heft 1 (2000)

Soziale Ungleichheiten beim Übergang zu Wohneigentum

Karin Kurz

Zusammenfassung: Im vorliegenden Beitrag wird in Längsschnittperspektive untersucht, inwieweit der Erwerb von Wohneigentum in den Geburtskohorten 1930, 1940 und 1950 den bekannten Ungleichheitsmustern der Arbeitsmarktposition folgt. Besonderes Augenmerk wird auf den überraschenden Querschnittsbefund gerichtet, daß Arbeiterhaushalte in der alten Bundesrepublik in den ersten Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg ähnlich häufig wie Angestelltenhaushalte in Wohneigentum lebten. Die Längsschnittanalysen für verheiratete Männer zeigen, daß zwar Facharbeiter und Meister ähnliche Chancen auf Wohneigentum haben wie Angestellte und Beamte. Un- und angelernte Arbeiter realisieren aber seltener als alle anderen beruflichen Gruppen Wohneigentum. Sie scheinen in besonderem Maße darauf angewiesen zu sein, in ländlichen Gemeinden zu wohnen, wo die Baulandpreise niedriger und unterstützende Netzwerke verbreiteter sind. Klare Hinweise finden sich auf die Relevanz von intergenerationalen Transfers.Wohneigentum der Eltern erhöht in allen sozialen Schichten die Wahrscheinlichkeit der Eigentumsbildung - besonders wichtig ist es allerdings in den Haushalten von Arbeitern sowie einfachen und mittleren Angestellten/Beamten.