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ZfS, Jg. 29, Heft 1 (2000)

Einstellungen zur sozialen Ungleichheit in Ostdeutschland. Plädoyer für eine doppelte Vergleichsperspektive

Stefan Liebig, Roland Verwiebe

Zusammenfassung: Die Transformationsforschung hat in den vergangenen Jahren die Entwicklung in Ostdeutschland vor allem aus einer innerdeutschen Perspektive beleuchtet. Besonders auffällig sind die Nachteile eines derartigen Vorgehens in der Einstellungsforschung. Dort werden ostdeutsche Abweichungen von westdeutschen Einstellungsmustern relativ schnell mit Begriffen wie "Altlasten des sozialistischen Systems" oder "ostdeutsche Sondermentalität" erklärt. Im ersten Teil des Aufsatzes wird dargelegt, warum ostdeutsche Einstellungsmuster nur dann adäquat gedeutet werden können, wenn sie mit denen in Westdeutschland und denen in den anderen Transformationsländern verglichen werden. Der Ertrag einer derartigen doppelten Vergleichsperspektive wird im zweiten, empirischen Teil anhand von Daten des International Social Justice Projects (ISJP) aufgezeigt. Dazu werden Einstellungen zur sozialen Ungleichheit in Ostdeutschland aus den Jahren 1991 und 1996 mit denen in Westdeutschland und in vier osteuropäischen Transformationsländern verglichen.